Landesverband Berlin

Eine Fallzahlbegrenzung im Jugendamt ist überfällig (Pressemitteilung)

20.06.2019

Von: DBSH Berlin

Für eine Begrenzung der Fallzahlen haben heute Beschäftigte der Regionalen Sozialpädagogischen Dienste in den Jugendämtern demonstriert. Anlass der Aktion war, dass sich die Senatsverwaltung mit den Bezirken bisher nicht darauf einigen kann, wer dafür verantwortlich ist, eine verbindliche Begrenzung der Fallzahlen festzuschreiben. Die ursprünglich vereinbarte Begrenzung auf maximal 65 Betreuungsfälle pro Fachkraft ist daher bisher nicht verankert worden, was in der Praxis zu weit höheren Fallzahlen und einer drastischen Überlastung des RSD führt.

Die Regionalen Sozialpädagogischen Dienste der Jugendämter leiden seit Jahren unter massivem Personalmangel und zu großer Arbeitslast“, erklärte Andreas Kraft, Leiter des Vorstandsbereichs Kinder-, Jugendhilfe und Sozialarbeit der GEW BERLIN. „Der Druck auf die Fachkräfte ist angesichts der großen Verantwortung für die zu betreuenden Fälle immens. Die Folgen sind hohe Krankenstände und eine sehr große Personalfluktuation. Trotz der untragbaren Situation bleibt die Politik weiter untätig und stiehlt sich aus der Verantwortung“, kritisierte Kraft.

Aktuell sind für viele Sozialarbeiter*innen bis zu 100 Fälle keine Seltenheit“, erklärte Hannes Wolf, Vorsitzender des DBSH Berlin. „Alle Verantwortlichen sind sich einig, dass eine Fallzahlbegrenzung auf 65 Fälle pro Fachkraft dringend notwendig ist. Umso unverständlicher ist es, dass es nicht zu einer verbindlichen Regelung kommt. Bezirke und Senat lassen wertvolle Zeit für die so dringend nötige Verbesserung der Arbeitsbedingungen verstreichen.“

Die Arbeit im Regionalen Sozialpädagogischen Dienst ist anspruchsvoll und die Verantwortung für das Wohl der betreuten Familien immens“, sagte Heike Schlizio-Jahnke von der AG Weiße Fahnen.   Die Fallarbeit umfasst die Überprüfung von Kinderschutzmeldungen, die Einleitung von Maßnahmen zum Schutz von Kindern, Mitwirkung in familiengerichtlichen Verfahren sowie Einleitung und Begleitung von Hilfen zur Erziehung. „Hinter jedem Fall stecken viele Arbeitsschritte. Auch 65 Fälle pro Fachkraft sind eigentlich zu viel, die gegenwärtige Regelungslücke aber ist völlig untragbar. Eine verbindliche Fallzahlbegrenzung ist überfällig, nur dann können sich die Arbeitsbedingungen vor Ort tatsächlich verbessern“, forderte Schlizio-Jahnke.

Mitteilungen Stellungnahmen und Veröffentlichungen Pressemitteilungen

Aktiventreffen Landesverband Berlin

Termine und Veranstaltungen

03.09.2020 bis 04.09.2020

10. Fachforum Frauenhauskoordinierung DIGITAL

Am Donnerstag, 03.09.2020 und Freitag, 04.09.2020 veranstaltet Frauenhauskoordinierung das 10. Fachforum mit dem Schwerpunkt „Aktuelle Herausforderungen für das Hilfesystem für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder“. weiterlesen


10.09.2020

digitale Mitgliederversammlung DBSH Berlin/ Brandenburg

Die MV beginnt um 19 Uhr mit einem Fachimpuls zum Diskurs um Systemrelevanz und Aufwertung Sozialer Arbeit. Neben dem üblichen Bericht über Aktivitäten werden neue Delegierte für die Bundesdelegiertenversammlung gewählt. weiterlesen


16.09.2020 bis 20.09.2020

DBSH Summer School 2020

Engagierte Menschen treffen, Neues lernen und Dinge ins Rollen bringen. Die Summer School ist ein Fortbildungs- und Vernetzungsangebot des Jungen DBSH. weiterlesen